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Vorstellung einer Stadt

In die Stadt lassen Ehepaare einander nur ungern alleine reisen. Zuviele Wünsche fahren mit. Und kehrt man reicher zurück, wenn man einen Teil der Wünsche dort gelassen hat? Einen Augenblick hat sich A mit dem Freund ein Stück Ewigkeit ausgemalt: Sie würden ihre Tage im Café zubringen, jeder hockte vor einem dicken blauen Heft, in das sie einen gemeinsamen Roman schrieben. Der Roman produzierte das Essen, Wein und Käse, die Miete fürs Zimmer und die gegenseitige Liebe obendrein. Das Konzept bestünde im Prozeß der Herstellung, ähnlich wie ein Kind im Bauch zu wachsen beginne. Der Roman dürfe aber nie veröffentlicht werden, meint der Freund. A stimmt halbherzig zu.

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A hat zwei Filme gesehen, die auf unterschiedliche Weise die Erotik des Lernens zum Gegenstand machen.
Einmal reist ein alter Violinenvirtuose nach China und lehrt bei kurzen Begegnungen das Wesen klassischer europäischer Musik. Die Schüler, junge Absolventen des Konservatoriums, zum Teil noch Kinder spielen ihm vor, er verbessert, seine Begeisterung bis in die Korrektur spürbar, steckt sie an. Sie spielen anders.
Der zweite Film behandelt die einfache Erotik, eine Liebesgeschichte zwischen Tänzerin und Regisseur. Ehe sie ihren gewöhnlichen Lauf nimmt, ist die Kraft der gegenseitigen Anziehung am größten.

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